Klaus Kinold (geb. 1939 in Essen) sah und sieht sich entschieden als Dienstleister, als geübter Handwerker, als Übersetzer, der das eine Medium, nämlich die Architektur, in ein anderes Medium, nämlich die Fotografie überträgt. Der studierte Architekt und praktizierende Architekturfotograf verschreibt sich in seinen Bildern einer selbstgewählten Nüchternheit, einer Bildsprache die alles Subjektive, Expressive, betont Künstlerische ausklammert, weil sie die ästhetischen Möglichkeiten einer streng dokumentierenden Fotografie erkennt und ausschöpft.
Architektur, hat Ulrich Weisner einmal konstatiert, könne man wohl anders, aber „eigentlich nicht besser fotografieren“.

Klaus Kinold hat von 1960 bis 1968 Architektur an der Technischen Hochschule Karlsruhe studiert. Nach einer Assistenz am Lehrstuhl Eiermanns eröffnete er ein Atelier für Architekturfotografie in München. Seine Arbeiten waren in zahlreichen Einzelausstellungen zu sehen, unter anderem in der Kunsthalle Bielefeld (1993), der Neuen Sammlung, München, (1995), dem Kunstverein Ingolstadt (1996), dem Haus der Fotografie Hannover und dem Neuen Museum Nürnberg (2001). 2009 widmete ihm die Pinakothek der Moderne, München, eine umfassende Retrospektive.