ulrich erben in augenhöhe 07.06.2013 - 03.08.2013

Unter dem Titel » in augenhöhe « präsentieren wir eine Auswahl neuester Arbeiten des Düsseldorfer Malers Ulrich Erben, die vom Künstler mit vielfältigen Bezügen zwischen den Exponaten und unter Einbeziehung einzelner historischer Arbeiten getroffen wurde.

Ausstellungen wie »Geplante Malerei« im Westfälischen Kunstverein 1974 und seine Beteiligung an der Documenta 6 im Jahr 1977 machen Ulrich Erben als Vertreter einer neuen konkreten Kunst bekannt. Seine Arbeiten thematisieren die Farbe mit ihren Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten.

Der Hauptraum der Ausstellung ist den großformatigen Farbtafeln gewidmet, mit denen Erben seine „Siria“-Werkgruppe abschließt, die zurückgeht auf eine 2007 unternommene Reise durch die Wüstenlandschaften Syriens. Die dort vorgefundenen „farbigen Phänomene“, die erdigen Farbtöne und das Licht der Wüstenlandschaft übersetzt Erben in minimalistische Kompositionen und transportiert mittels Farben, die er virtuos in feinsten Abstufungen aufträgt, die vorherrschenden Stimmungen und den Charakter der Landschaft. Inhaltlich schlüssig ergänzt er die Serie mit einer Arbeit aus dem Zyklus Farben der Erinnerung, den er Ende der achtziger Jahre beginnt und der treffend das Vorgehen des Künstlers benennt, landschaftlich, räumlich konnotierte Seherfahrungen in konkrete Malerei zu überführen.

Neben neuesten Werken, in denen Ulrich Erben räumliche Wirkung – am Rande der Wahrnehmbarkeit – mit horizontalen Gliederungen und allein durch die Art des Farbauftrags erzielt, präsentieren wir die titelgebende Serie „in augenhöhe“. In einem Raum sind neun quadratische Leinwände im selben kleinen Format umlaufend positioniert, durch deren Mitte eine etwa 3 cm starke horizontale Linie verläuft. Befindet sich diese Linie genau in Augenhöhe des Betrachters, erscheint sie überraschender Weise absolut waagrecht, während der Raum sich zum Fluchtpunkt hin verjüngt. Ein optisches Phänomen, das den Betrachter, um in den Genuss des Kunstwerks zu kommen, auf Augenhöhe mit diesem zwingt.

Ulrich Erben, geb. 1940 in Düsseldorf, studiert an den Kunstakademien Urbino und Venedig, an den Kunsthochschulen Hamburg, München und Berlin. 1980-2005 übernimmt Erben eine Professur an der Kunstakademie Münster. Erbens Arbeiten sind in zahlreichen Sammlungen, u.a. in der Neuen Nationalgalerie, Berlin, im Museum Abteiberg, Mönchengladbach, in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München, der Staatsgalerie, Stuttgart, im Von der Heydt-Museum, Wuppertal und im Museo Civico, Rom, vertreten. Ulrich Erben lebt und arbeitet in Düsseldorf und Bagnoregio, Italien.

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