günter fruhtrunk kontinuum 22.05.2014 - 02.08.2014

Günter Fruhtrunk (1923–1982) ist mit seinem eigenständigen und kompromisslosen Werk einer der herausragenden Vertreter der geometrischen konkreten Malerei der Nachkriegsgeneration in Deutschland. Er nahm 1968 an der documenta IV und an der Biennale in Venedig teil und war von 1967 bis 1982 Professor an der Kunstakademie München.

Ihm zu Ehren wurde im Mai 2014 die Günter Fruhtrunk Gesellschaft gegründet. Ihr Ziel ist es, das Vermächtnis des Künstlers zu erhalten, zu fördern und zu schützen. Dies soll durch die Erstellung eines kompletten und kommentierten Werkverzeichnisses erreicht werden. Des Weiteren soll der Erhalt der künstlerischen Gestaltungen Fruhtrunks im öffentlichen Raum sowie die Initiierung und Förderung von Ausstellungen in öffentlichen Museen und Institutionen Aufgabe des Vereins sein.

Aus Anlass der Vereinsgründung präsentiert die Walter Storms Galerie einen fulminanten Querschnitt durch das malerische und druckgraphische Œuvre von Günter Fruhtrunk.
Gezeigt werden Gemälde aus den 1950er-Jahren, als sich Fruhtrunk nach Paris hin orientierte und von Fernand Léger und Jean Arp beeinflusst wurde, aber auch Werke aus den 1960er- und 1970er-Jahren, als er seine charakteristische Bildsprache aus streng rhythmisierten, sich über die Bildgrenzen hinweg ausdehnen zu scheinenden Farbbändern entwickelt hatte. Ein Glanzpunkt der Ausstellung ist das expressive Bild “Zerschleissendes Lied” von 1981, in dem er die selbstauferlegten Beschränkungen gelöst hat und zu Mischfarben und gestischem Farbauftrag gekommen ist.
Der Galeriebesucher kann sich in einem „Atelierraum“ in die Gedanken- und Ideenwelt Fruhtrunks versenken und dessen literarische und musikalische Interessen unmittelbar nachvollziehen – denn Literatur und Musik waren essenziell für Fruhtrunks Bildfindung respektive sein Bestreben, Geistiges zu materialisieren.

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