
Mit beeindruckender Konsequenz betrieb Raimund Girke (1930-2002) seine "fundamentale Malerei". Von Beginn seiner freien künstlerischen Tätigkeit an konzentrierte sich Girke auf die Farbe Weiß und untersuchte ihren unendlichen Variationsreichtum. In sich überlagernden Malschichten, abgestimmt in subtilen Nuancen von Grauwerten, Ocker, hellen und dunklen Blautönen, entwarf er einen Kosmos irisierender, das Licht modulierender Farbigkeiten. Er durchmaß die Skala der weißen Farbpalette in der Vielfalt ihrer Materialität zwischen Dichte und Reduktion, rhythmisierte sie im Wechsel von Dynamik und konzentrierter Stille.
Eine umfassende Retrospektive seines Werks fand in den Jahren 1995/96 im Sprengel Museum Hannover, Von der Heydt-Museum Wuppertal, Saarlandmuseum Saarbrücken und in der Kunsthalle Nürnberg statt und wurde von einem umfangreichen Katalog begleitet. Anläßlich seines 70. Geburtstags veranstalteten die Kunstsammlungen Chemnitz im Herbst 2000 eine große Ausstellung (anschließend im Kunstmuseum Heidenheim), die ebenfalls in einem Katalog dokumentiert ist. Die erste Museumsausstellung nach seinem Tod präsentierte im Sommer 2009 das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop unter dem Titel "Raimund Girke – Farbe und Licht" mit einer Begleitpublikation.
Über zwanzig Jahre haben wir mit Raimund Girke zusammengearbeitet und mit ihm zahlreiche Ausstellungen, auch im Ausland, veranstaltet.